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PJlerin begeistert von unserer Geriatrie

Erfahrungsbericht
30.08.2022

PJ- lerin begeistert von unserer Geriatrie!

Ich war vom ersten Tag an ausnahmslos begeistert von diesem wahnsinnig aufgeschlossenen und harmonischen Team. Angefangen von der Pflege über die Therapeuten bis hin zu den ärztlichen Kollegen, wurde ich herzlich aufgenommen, integriert und mit Rat und Tat begleitet. Es gibt am CTK zwei Geriatrie-Stationen. Ich verbrachte mein Tertial auf der größeren Station "Geri 1" und wurde am ersten Tag vom Leitenden Oberarzt in Empfang genommen, der fortan auch mein „Mentor“ war. Nachdem ich meine ärztlichen Kollegen, inklusive der sehr, sehr freundlichen und engagierten Chefärztin kennenlernte, wurde ich sukzessive an alle Aufgaben, die der Stationsalltag mit sich bring herangeführt. Meinen ursprünglichen Plan, nach 4 Wochen Geriatrie weiter zu rotieren, verwarf ich schnell und blieb volle drei Monate.

Tagesablauf/ Aufgaben:
Der Tag begann morgens um 07:30 Uhr. Im Gegensatz zu anderen Stationen ist hier Blutabnehmen keine reine PJ- ler- Pflicht. Es gibt auf der Geri1 eine unglaublich liebe, fähige und sehr hilfsbereite MFA, die sich eurer gern annimmt, wenn ihr bei Blutentnahmen oder Flexülen- Legen noch Hilfe braucht und auch sonst immer ein offenes Ohr für euch hat. Um 08:30 Uhr erfolgt die Übergabe mit der Pflege, in der ihr, weil ihr Teil des Teams seid, gern die am Vortag aufgenommenen Patienten kurz vorstellen könnt. Dann startet, meist nach einem netten „Kaffee- Schnack“ unter Kollegen, die Visite (1x pro Woche Chefärztinnen- Visite). Dabei ist es selbstverständlich, dass ihr, wie so häufig, nicht nur Mitläufer seid, sondern jederzeit Fragen stellen, Untersuchungsbefunde erheben sowie weitere Diagnostik und Therapieplanung besprechen könnt. Nach der Visite ist Zeit für Anordnungen schreiben, Konsile erstellen sowie Röntgenbefunde und Untersuchungsergebnisse zu erörtern. Nach der Mittagspause (kostenfreies Essen in der Kantine) findet täglich um 13:30 Uhr die Teambesprechung zusammen mit den (ebenfalls sehr lieben und hilfsbereiten) Ärzten der 2. Geriatriestation statt, in der die Patienten und ihre Verläufe kurz besprochen werden. Auch hier dürft ihr gern eure Patienten vorstellen und die ärztliche Übergabe üben. Am Rest des Tages folgt das Schreiben von Entlassungsbriefen (hier erhaltet ihr so viel Unterstützung, Anleitung und Feedback wie ihr individuell benötigt; jeder Brief wird Fach- oder Oberärztlich vidiert und gern mit euch besprochen). Da Geriater echte Alleskönner sind, erfolgen die meisten Untersuchungen/ Interventionen auf Station. Egal ob Sono´s, Pleura-/ Aszitespunktionen oder Bluttransfusionen: es wird euch alles geduldig und gern gezeigt, ihr dürft immer assistieren und werdet zum (unter Supervision) selber machen motiviert. Auch das Aufnehmen neuer Patienten, inklusive Anamnese, körperlicher Untersuchung und das Erstellen erster Anordnungen, könnt ihr selbstständig- oder wenn gewünscht- unter Anleitung durchführen. Sobald ihr im Stationsalltag angekommen seid, dürft ihr unter Supervision eigene Patienten von der Aufnahme über Diagnostik und Therapie bis hin zur Entlassung selbstständig betreuen. Es wird sehr viel Wert darauf gelegt, dass ihr für die spätere ärztliche Tätigkeit viel lernt, selbstständig arbeiten könnt und euch wohl fühlt. Bei Problemen jedweder Art erwartet euch stets ein offenes Ohr und jederzeit Hilfestellung.
16:00 Uhr ist dann offiziell Schluss- an ruhigeren Tagen kann man als Studi auch gern früher in den Feierabend gehen oder noch auf einen netten Schnack mit den Kollegen bleiben.

Ein besonders großes und von Herzen kommendes Lob geht an den Leitenden Oberarzt Alexander Birkholz: ein toller Arzt und großartiger Mensch, der mit viel Herz, Engagement und vor allem Menschlichkeit, sowohl für seine Patienten als auch sein Team da ist - und mir ein ebenso toller Mentor war!

Ein kurzes Wort zur Geriatrie als Fachrichtung:
Egal, ob ihr „Innere“ mögt oder nicht: wenn ihr das ganze Spektrum der Inneren Medizin kennenlernen wollt, ist die Geriatrie genau das Richtige. Ob Exsikkose, Herzinsuffizienz, Pneumonie oder Nierenzellkarzinom - es ist für jeden was dabei. Ganz nebenbei könnt ihr eure Kenntnisse in Neurologie und Orthopädie erweitern. Hier könnt ihr außerdem die Interdisziplinarität erleben, von der ihr in der Uni so viel gehört habt: Pflege, Ergo-, Logo-, Physiotherapeuten und Psychotherapeuten sowie Sozialarbeiter gehören zum Team und euren ständigen Begleitern in der Therapie. Euch erwartet ein bunter Mix aus akutgeriatrischen Patienten und solchen, deren Fortschritt ihr in einer 14- tägigen Komplextherapie begleiten könnt.
Ich kann es nur jedem wärmstens ans Herz legen, sich von der Geriatrie überzeugen zu lassen - insbesondere von dieser!